Österreich als Bus-Ziel unverzichtbar!
Erfreuliche Ergebnisse der RDA-Trendanalyse unter bundesdeutschen Busunternehmern – Aufenthaltsreisen nehmen wieder zu
Großteils zufriedene Aussteller, viele Abschlüsse und eine gute Stimmung, – so lautet die erste Bilanz des RDA-Workshop 2011, der Ende Juli in Köln unter traditionell starker Beteiligung aus Österreich über die Bühne gegangen ist. Wermutstropfen war die um etwa 5 Prozent rückläufige Besucherzahl auf 10.671, um rund 600 weniger, als im Vorjahr. „Das Ergebnis gefällt uns nicht“, meinte RDA-Präsident Richard Eberhardt. Doch vor allem für Busaffine Betriebe steht die Teilnahme außer Zweifel, wie sich T.A.I. in zahlreichen Einzelgesprächen überzeugen konnte (wer sich gut vorbereitet hatte, konnte wie immer dicke Kontakt-Bücher mit nach Hause nehmen). Wobei Österreich als Busreiseziel in der Bundesrepublik weiterhin eine starke Rolle spielt, wie aus der aktuellen Trendanalyse des RDA hervorgeht.
T.A.I. hatte bereits im Vorfeld des RDA-Workshops erste, aufgrund der damals noch geringen Rücklaufquote sehr mit Vorsicht zu behandelnde Ergebnisse über diese Untersuchung erhalten. Doch, wie der Kommunikationschef des RDA-Workshops, Michael Fleischhauer, bei der Präsentation in Köln betonte, haben sich diese Trends bestätigt. Besonders erfreulich: der Geschäftsverlauf hat sich bei den Busunternehmern verbessert. „Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Antworten“, so Fleischhauer. Die Fahrgastzahlen steigen heuer um durchschnittlich zwei Prozent.
Eines der wichtigsten Erkenntnisse: für 85 Prozent aller deutschen Busunternehmer ist Österreich ein unverzichtbarer Bestandteil in ihren Programmen, womit die Alpen- und Donaurepublik an zweiter Stelle hinter Deutschland (100 %) liegt, aber vor der Schweiz (82 %) und Frankreich (68 %). Auffallend: Italien wird bei diesen „must be“-Ländern nicht genannt – zu groß ist offenbar bereits die Verärgerung über die dort vorherrschende restriktive Politik gegenüber Reisebussen.
Interessanter Weise scheint Wien nicht unter jenen zehn Städten auf, die als unverzichtbarer Bestandteil in den Bus-Programmen genannt werden (hier führt Berlin mit 72 Prozent vor Hamburg und Paris mit je 63 Prozent). Dies ist insofern bemerkenswert, als die Donaumetropole heuer hinter diesen drei genannten Städten das am viertstärksten angebotene City-Ziel ist (vor Prag, Rom befindet sich nicht mehr unter den Top 7). Bei 35 Prozent aller Busunternehmer gehört Wien zudem zu den drei Bestsellern des heurigen Jahres und liegt damit auf Rang 6 (hier liegen Prag und Rom vor Wien).
Zurück zu den Ländern: Österreich findet sich heuer bei 86 Prozent der Anbieter im Programm, hinter der Bundesrepublik (96 %), aber vor
Italien (85 %), der Schweiz (74 %) und Frankreich (71 %). Für Michael Fleischhauer sind diese Top-Fünf „einzementiert“, seit Jahren hat sich daran nichts verändert. Kein Wunder, denn dieses Quintett gehört auch durch die Bank zu den fünf Top-Sellern des Jahres, allerdings mit geänderter Reihenfolge: Österreich liegt auf Platz vier, vor der Schweiz. Dahinter folgen – für Fleischhauer überraschend – Tschechien und Ungarn.
Wobei der RDA-Workshop Kommunikationschef zu bedenken gibt, „dass wir es nach wie vor mit atomistischen Märkten zu tun haben“, das heißt, die Präferenzen der Konsumenten sind weit stärker verteilt, als in früheren Jahrzehnten.
Zuwächse verzeichnen heuer die deutschen Busunternehmer bei Rund- und Studienreisen sowie bei Städtereisen. Erstmals seit 1994 ist zudem ein „ganz leichter“ (Fleischhauer) Anstieg bei Aufenthaltsreisen feststellbar. Deren Zahl war in den zurückliegenden Jahren dramatisch zurückgegangen. Fleischhauer: „Früher hatte jeder zweite Anbieter derartige Reisen im Programm, jetzt sind es maximal 15 Prozent.“ Die Renaissance der Aufenthaltsreisen hat u.a. damit zu tun, dass jetzt durch die Bank Beiprogramme beigestellt werden (Fleischhauer: „Das Motto lautet nicht mehr ‚eine Woche Zell am See – mach was Du willst‘, sondern bei jeder Reise werden Programme mit angeboten“). Der Bus bleibt jetzt in zwei Drittel der Fälle am Reiseziel, die Dauer liegt bei maximal einer Woche.
Ein weiterer Trend: die Zahl der Anbieter, die Durchführungsgarantie geben, steigt. Möglich wird dies durch Kooperationen bzw. durch „steuernde Partner in den Zielgebieten“. Fleischhauer: „Das bedeutet mehr Verlässlichkeit für diese Reiseform.“ Alles in allem keine schlechten Neuigkeiten für all jene, für die Busreisen zu einer wichtigen Geschäftsbasis zählen – und das sind in Österreich die meisten Regionen und Betriebe.
RDA-Workshop das ganze Jahr
Die ganz große Neuigkeit auf dem diesjährigen RDA-Workshop war die Präsentation des RDA-WorkNet. Dabei handelt es sich um eine kostenlose Verkaufs- und Angebotsplattform, die exklusiv den Ausstellern des Workshops vorbehalten ist. Aussteller haben seit dem 4. August 2011 die Möglichkeit, sich auf der Plattform zu registrieren und ihre eigenen Angebote zu veröffentlichen. Exklusivität ist garantiert.
Busunternehmer erhalten über verschiedene Kategorien eine zielgerichtete Angebotssuche. Das RDA-WorkNet soll mit dazu beitragen, die Abschlussquote zu erhöhen: nur 30 Prozent der Besucher ordern direkt auf dem Workshop, den anderen wird jetzt über das WorkNet im „follow-up“ eine zielgerichtete Kontaktaufnahme mit den Workshop-Ausstellern ermöglicht, so Karin M. Kohls, Geschäftsführerin der RDA-Workshop Touristik-Service GmbH. www.rda.de/WorkNet.534.0.html


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