Pirschfahrt zwischen Wüste, Souks & Wolkenkratzern
Der Tourismus in Dubai verzeichnet wieder – trotz vieler Skeptiker – ein kräftiges wie solides Wachstum
Dreimal Dubai innerhalb weniger Wochen (einmal ÖRV-Kongress, einmal Privat und einmal Pressereise) – da bekommt man schon ein ganz gutes Gefühl für eine Destination, die von vielen EuropäerInnen angesichts von Bau-Boom (97 neue Hotels mit 35.000 Zimmern im Entstehen, soviel wie in keiner anderen Metropole der Welt) und scharfem Kontrast zwischen Wüste, Souks und Wolkenkratzern immer noch mit Skepsis betrachtet wird. Doch die Einreisezahlen entwickeln sich steil nach oben: 2011 brachte nach vorläufigen Hochrechnungen 7,9 Millionen internationale Ankünfte (plus 20 Prozent) und laut Ernst & Young Middle East Hotel Benchmark Survey für November 2011 konnte trotz starkem Wachstum des Angebotes (bald 600 Hotels, über 70.000 Zimmer) in der Hotellerie der RevPar (Revenue per available room) zuletzt um 13,1 Prozent auf 195,85 US-Dollar gesteigert werden. Die Auslastung erreichte 87,3 Prozent.
Wem angesichts der anstehenden Projekte noch Zweifel hochkommen, der sollte sich nur eine Zahl vor Augen halten: Im Radius von acht Flugstunden beziehungsweise 6.400 Kilometern leben 3,5 Mrd. Menschen, also rund die Hälfte der Weltbevölkerung, die im Handumdrehen aus dem Alltag in diese Traumwelt aus 1001 Nacht entfliehen kann. Oder, wie es ein Familienvater und Dubai-Neuling begeistert zum Ausdruck brachte: „Wo anders kann ich am Vormittag Skifahren, mittags im Meer baden und nachmittags eine runde Golf spielen?“
Wunderwelt ist das Emirat trotzdem keine, wie die noch zu schließenden Baulücken auf der künstlich im Meer aufgeschütteten „The Palm“ oder die – bis auf eine Versorgungs-Insel – einsam und unberührt vor sich hin darbende ebenfalls im Meer aufgeschüttete „The World“ unterstreichen.
Da ist die Dubai Metro schon ein anderes Kaliber: T.A.I. hat sie im Zuge des Privat-Trips öfters getestet und ist nicht nur von der Architektur und Qualität angetan. Die Züge waren zum Teil extrem stark ausgelastet und das nicht allein von Touristen und Geschäftsreisenden.
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Auf dem Presse-Trip brachte Michelle Pétermann, Direktorin des DTCM (Department of Tourism and Commerce Marketing) für die Schweiz und Österreich, die kleine Gruppe im One and Only Royal Mirage unter (den TeilnehmerInnen des ÖRV-Kongresses von einem Abendessen bekannt). Es befindet sich am Fuße von „The Palm“ im Stadtteil Dubai Marina, verfügt in verschiedenen im arabischen Stil gehaltenen Trakten über 231 Zimmer und zählt zu den absoluten Spitzenhäusern von Dubai.
Mit einem Boots-Shuttle können die Gäste zum Schwester-Haus One and Only The Palm übersetzen, das mit 95 Zimmern deutlich kleiner und als sympathisches Sonne-Strand Resort konzipiert ist. Über die Mono-Rail-Bahn auf die Palme können die Royal Mirage-Gäste auch das berühmte Atlantis The Plam Hotel (1.539 Zimmer) besuchen, das vor allem für Familien, aber auch für Kongresse bestens geeignet ist (während des Rundgangs im Zuge der Pressereise tagte dort die Gulf Petrochemicals and Chemicals Association / GPCA mit rund 1.300 Delegierten). Ein Hit im Atlantis ist der riesige Wasserpark inklusive Schwimmen mit Delphinen.
Das Zentrum des modernen Dubai bildet der Bereich rund um den legendären 828 Meter hohen Burj Khalifa, mit der Dubai Mall (von der Fläche her die größte der Welt) und der Dubai Fountain mit ihren halbstündlichen, beeindruckenden und mit Musik untermalten Wasserspielen (Tipp: Abendessen auf der Terrasse des T.G.I.Friday’s-Restaurants mit tollem Blick auf die Fontänen). Für Liebhaber von Design Hotels ist das Armani (160 Zimmer und Suiten) im Burj Khalifa eine Pflicht und wer die Welt essend von oben betrachten will, kann dies im „At.mosphere“ tun, dem höchsten Restaurant der Welt. Es befindet sich in der 122. Etage des Burj Khalifa auf 442 Metern Höhe, 120 Gäste finden dort Platz.
Noch bessere Ein- bzw. Ausblicke auf Dubai bietet ein Rundflug mit dem Seawings-Wasserflugzeug (www.seawings.ae), das am Dubai Creek direkt neben dem Creek-Golfclub startet, bis zur „The Palm” und wieder retour fliegt und dabei seine Schleifen rund um den Burj Al Arab, The World und den Burj Khalifa zieht. 40 Minuten ist man unterwegs. Wer es sich leisten kann, sollte das Angebot in jedem Fall wahrnehmen, mit umgerechnet rund 275 Euro ist es allerdings alles andere als ein günstiges Vergnügen (eine kleine Kostprobe findet sich hier: http://www.youtube.com/watch?v=uUtEQ814rcM&). Dieses kann der Dubai-Besucher auf Entdeckungstouren durch das ursprüngliche Dubai, die Souk Area beiderseits der Creek-Ufer erleben. Der Kontrast zwischen Porsche Cayennes und den handgezogenen Transportwägen diverser Händler sowie der traditionellen Taxiboote auf dem Creek ist extrem, hier fühlt man die Wurzeln des historischen Dubai. Nicht fehlen darf ein Besuch des Dubai Museums im Al-Fahidi Fort, das einem hautnah Einblicke in Geschichte, Lebensweise und Entwicklung dieses Emirates liefert. Der Eintritt: umgerechnet 70 Cent.
Etwa 45 Minuten bzw. 65 Kilometer vom Zentrum entfernt erleben die Gäste des Al Maha Desert & Spa Resort Wüste pur, untergebracht in 30 im Stil von Beduinen-Zelten errichteten Suiten, jede überaus luxuriös mit eigenem Pool. Geführt wird das Al Maha von seinem General Manager Arne Silvis im Stil einer afrikanischen Lodge, mit Pirschfahrten in die Wüste, traumhafte Sonnenauf- und Untergänge inklusive.
Soviel zum Kontrast zwischen Wüste, Souks und Wolkenkratzern, den Dubai bietet. Und wenn auch in Zukunft weiterhin viele Skeptiker auf den Plan treten, die Zahl der Dubai-Fans wird jedes Jahr größer, jene der Wiederholer ebenso. Um die künftige Auslastung der bald über 100.000 Hotelzimmer braucht man sich demnach keine Sorgen zu machen.




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