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Erneute „Turbozündung für Kroatiens Tourismus“

Durch seine EU-Mitgliedschaft 2013 wird das beliebte Urlaubsland einen weiteren Gang zulegen – und setzt damit wichtige Investitionsimpulse

In einem Referendum entschied sich Kroatiens Bevölkerung vor wenigen Tagen für den Beitritt des Landes zur Europäischen Union, der – so das Ergebnis aufgrund der geringen Wahlbeteiligung nicht angefochten wird – am 1. Juli 2013 erfolgen soll. Nicht nur seitens der EU wird das Votum begrüßt, auch Österreichs Tourismuswirtschaft erwartet sich positive Impulse durch die Integration Kroatiens in den europäischen Staatenbund. Nachdem das Land bereits in den letzten Jahren wichtige Entwicklungsschritte gesetzt und ein hohes Niveau erreicht hat, sollte der Effekt aber nicht überschätzt werden – so der Tenor der von der T.A.I. befragten Touristiker.

Erhebliche Vorteile für Kroatiens Tourismus durch die Integration des Landes in die Europäische Union erwartet jedenfalls Ranko Vlatkovic, Direktor Kroatische Zentrale für Tourismus Wien. Seine Hoffnungen richten sich nachgerade an ausländische Investoren, um den dringenden Bedarf an Hotelbetten im beliebten Mittelmeerland abzudecken. „Der EU-Beitritt wird für Investoren eine Vereinfachung bringen“, ist Vlatkovic von den positiven Auswirkungen der Aufnahme des Landes überzeugt.

Einer, der sich vorstellen kann, „weiter in Kroatien zu investieren“, ist beispielsweise der Salzburger Hotelier Wilfried Holleis, der in Opatija bereits das stilvolle Adria-Relax-Resort Miramar betreibt. „Kroatiens Tourismus wird bleiben wie bisher“, meint er, gleichwohl werde es Verbesserungen geben. Holleis erhofft sich Fortschritte durch den EU-Beitritt vor allem im Bereich Arbeitsgenehmigungen und bei der Rechtssicherheit.

Eine Chance auf Zugewinn bei der „Rechtssicherheit“ sieht auch Gruber Reisen-Geschäftsführer Michael Schlögl, für den sich Kroatiens Tourismus durch den EU-Beitritt „etwas verbessern könnte, aber nicht wesentlich, nachdem das Niveau bereits sehr hoch ist.“ Mit Verweis auf Probleme bei der Beschäftigung von EU-Bürgern im Gruber-eigenen Bretanide Sport & Wellness Resort auf der Insel Brac sowie Güterlieferungen dorthin, meint der Geschäftsführer: „Ich sehe den Beitritt Kroatiens zur EU allgemein verbessert.“

Für Josef Peterleithner, Konzernsprecher TUI-Österreich, hat Kroatien bereits in den letzten Jahren touristisch gesehen stark zugelegt, was dem Veranstalter jährliche Zuwächse im hohen ein- bis zweistelligen Prozentbereich brachte. „Viele ‚Hausaufgaben’ wurden schon im Vorfeld gemacht”, so Peterleithner. Erwähnt sei hier nicht bloß die verbesserte Infrastruktur, sondern auch Optimierungen in der Hotellerie selbst. Der Unions-Beitritt des Landes, das bereits in den letzten Jahren zu den Gewinnern im Tourismus zählte, werde einen weiteren Schub bringen, erwartet der TUI-Konzernsprecher. Konkrete Effekte eines EU-Beitritts ließen sich derzeit noch nicht absehen, nur so viel: „Wir gehen von einem zusätzlichen Impuls für Kroatien aus, der das Land erneut in den Fokus der Öffentlichkeit stellen wird.“ Peterleithner erwartet auch mehr Privatinvestitionen.

„Touristisch durchaus positiv“ sieht auch Walter Krahl, Sales Manager Verkehrsbüro-Ruefa den Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union. Nachdem das Land touristisch gesehen bereits in den letzten Jahren enorm aufgeholt habe, werde dieser Schritt „nochmals eine Turbozündung für Kroatiens Tourismus“ sein. Und nachdem sich Nordafrika trotz des Arabischen Frühlings bislang noch nicht so toll entwickelt habe, benötige man auch Alternativen. Auch hier komme verstärkt Kroatien ins Spiel, meint Krahl. Das Verkehrsbüro-Ruefa erwartet deshalb laut dem Verkaufsleiter bereits heuer ein deutliches Wachstum für die Destination.

Österreich 2011 drittstärkster Markt

11,2 Mio. Gästeankünfte (+7,81%) und 65 Mio. Übernachtungen (+ 7,01%) zählte Kroatien im Jahr 2011. Davon sind 9,9 Mio. Ankünfte ausländischen Gästen zuzuordnen, die insgesamt 58 Mio. Nächtigungen generierten. Allein 5,3 Mio. Nächtigungen gingen 2011 auf das Konto österreichischer Gäste (+9,98%), die damit Italien als bislang drittstärksten Markt nach Deutschland und Slowenien überholt haben.

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