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Gut gegrunzt. Kein einziger Schweine-Stornofall

Statt dessen erzielte Mondial Assistance einen Umsatzrekord – für 2010 zahlreiche Produktneuerungen

Zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr ist der Chef von Mondial Assistance in Österreich, Christoph Heissenberger. Der Umsatz des Versicherungsanbieters (Reise und Assistance) stieg um 2,6 Prozent auf 30,2 Mio. Euro. Dabei hatte das Jahr laut Heissenberger „grottenschlecht“ mit einem Rückgang um 19 Prozent im Jänner begonnen. Doch dann wendete sich das Blatt langsam, wozu nicht zuletzt Neuerungen wie die „All Risk“ Reiseversicherung beigetragen haben. Heuer wird dieses Produkt nochmals verbessert, ebenso wie der „Top-Jahresschutz“. Darüber hinaus führt Mondial in der Touristik das seit Jahren bewährte Produkt „Auto Assistance“ ein, das sich vor allem an Selbstfahrer wendet.

„Das sind Neuerungen, die dem Tourismusmarkt gut tun“, ist Heissenberger überzeugt, „wir treiben den Markt produktmäßig, das wird honoriert.“ Ein Beispiel ist die vor rund einem Jahr eingeführte „All Risk“ Versicherung, die erstmals Stornierungen aus ganz persönlichen Gründen erlaubte, vom kranken Haustier bis zur Hochzeitseinladung. Heissenberger: „Es gibt unendlich viele Stornogründe. Im Zweifelsfall sind wir sehr großzügig.“ Ausgeschlossen sind lediglich kriegerische Ereignisse, Terror, Pandemien (Ausnahme: Schweinegrippe, da gab es aber bis dato keinen einzigen Stornofall) sowie Atom-Unfälle.

Wichtigste Neuerung für 2010 ist, dass bei „All Risk“ kein Selbstbehalt mehr verlangt wird (bisher 20 Prozent) und somit eine hundertprozentige Deckung besteht. Der Schutz für Reisegepäck wurde zudem von 2.600 auf nunmehr 3.500 Euro erhöht. Einzigartig, so Heissenberger, ist die Unfall-Entschädigung auch im Todesfall.

Noch mehr bietet der „Top-Jahresschutz“. Christoph Heissenberger: „Das ist ein Hochleistungsprodukt. Im deutschsprachigen Raum gibt es nichts Vergleichbares.“ Es versichert Reisen weltweit inklusive Österreich. Die Leistungen gelten pro Ereignis und nicht pro Jahr (d.h. wenn ein Schadensfall mehrfach eintritt, wird er jedes Mal gedeckt). Erstmals ist der „Top-Jahresschutz“ auch mit dem „All Risk“-Paket ausgestattet. Er kostet ab 139 Euro, um 29 Euro mehr ist die gesamte Familie inkludiert.

Eine abgespeckte Version davon ist der „Jahresschutz“, der ab 69 Euro buchbar ist, im Gegensatz zur „Top“-Version aber nur halb so hohe Versicherungssummen bietet sowie einen Selbstbehalt von 20 Prozent verlangt. Kein Wunder, dass an die 95 Prozent der Kunden (aktuell ca. 12.000 Verträge, rund 1,3 Mio. Umsatz) zum „Top-Jahresschutz“ greifen.

Die Schadensfälle halten sich in Grenzen. Im Bereich Assistance waren es bei knapp 1,8 Mio. Polizzen 41.000 Schäden (umgerechnet 2,28 Prozent), im Bereich Reisen gab es bei 550.000 Polizzen rund 13.600 Schadensfälle (2,47 Prozent).

Zurück zur Umsatzentwicklung 2009: sie hätte noch höher (rund 7 Prozent) ausfallen können, wäre nicht ein Touristik-Partner komplett abgesprungen und hätte nicht ein weiterer Partner „relativ starke Rückgänge“ (Heissenberger) verzeichnet. Die meisten Reisebüro-Partner (rund 1.640 Agenturen) entwickelten sich aber besser als 2008.

Für heuer rechnet Heissenberger mit einer weiteren Umsatzsteigerung auf 31,1 Mio. Euro. Mit dazu beitragen soll die dritte Innovation und zwar die „Auto Assistance“. Mondial hat seit Jahrzehnten Erfahrung in diesem Bereich (Auftrags-Abwickler für rund 20 Automarken, u.a. BMW, Volvo, Mazda, Chrysler etc.). Ab sofort wird dieses in Konkurrenz zu den Automobilclubs ÖAMTC und Arbö stehende Produkt (4-Wochenschutz ab 19 Euro, Jahresschutz ab 39 Euro) auch über Reisebüros vertrieben (Zielgruppe u.a. Selbstfahrer). Die Leistungen (von Pannenhilfe über Rücktransport und Hotelübernachtung bis Mietwagenzuschuss und Taxi) sind beachtlich. Neu ist bei Mondial Assistance zudem der Marktauftritt, der Gefühle weckt: ein entzückendes, kleines Mädchen fungiert dabei als persönliches Schutzengerl.

Weltweites Match der Reiseversicherungs-Riesen

Weltweit ist Mondial Assistance mit einem Umsatz von 1,7 Mrd. Euro der Marktführer und damit deutlich größer als die ETI - European Travel Insurance Group (zu der die Europäische Reiseversicherung gehört). ETI erzielte zuletzt einen Prämienumsatz von 693 Mio. Euro. Direkt vergleichen lässt sich der Umsatz nicht, da in den ETI-Zahlen keine Assistance-Leistungen enthalten sind. Diese werden über die Europe Assistance Gruppe abgewickelt, die 2008 einen Umsatz von 1,203 Mrd. Euro erreichte.
In Österreich ist die Rollenverteilung umgekehrt, hier führt die Europäische den Markt an, Mondial ist die Nummer zwei. Der Umsatz der Europäischen erreichte 2008 (Vorjahreszahlen noch nicht erhältlich) rund 46,4 Mio. Euro bei den Prämieneinnahmen. Der Umsatz im Bereich „Reise“ kam bei Mondial Assistance im Vorjahr auf 20,6 Mio. Euro.

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