TUI Österreich als „Highlight“ der TUI Travel
Der Gewinnhöhenflug ist im Geschäftsbericht der britischen Mutter eine besondere Erwähnung wert, der Magic Life Deal logischer Weise mehr als das
Die World of TUI Österreich (TUI Austria Holding GmbH und TUI Österreich GmbH) hat im Geschäftsjahr 2010/2011, wie bereits berichtet, einen Rekordgewinn erwirtschaftet. Wie hoch der konkret war, geht aus dem vor kurzem veröffentlichten Geschäftsbericht der TUI Travel plc hervor: Er kletterte um 22 Prozent auf umgerechnet 12,69 Mio. Euro nach oben (Stichtag: 30. September 2011). Dies, obwohl das Ergebnis mit umgerechnet 1,153 Mio. Euro aufgrund der politischen Umstürze in Ägypten und Tunesien belastet war. Die starke Entwicklung ihrer Österreich-Töchter war der TUI Travel plc im Geschäftsbricht sogar eine besondere Erwähnung unter „Operational Highlights“ wert. Aus gutem Grund: Mit diesem Gewinn schaffte TUI Österreich in der Region Central Europe (dazu gehören noch Deutschland, die Schweiz und Polen sowie mit geringer Bedeutung vom Aufkommen her Slowenien und Tschechien) eine Umsatz-Rendite von 3,3 Prozent, die weit über jener von TUI Deutschland (2,1 %) aber auch der Schweiz (2,7 %) liegt.
Stark geholfen hat der TUI Österreich laut Geschäftsbericht der TUI Travel plc die starke Nachfrage nach Selbstfahrer-Programmen. Weitere Details aus Österreich, die der Geschäftsbericht hervorhebt: Der kontrollierte Vertrieb ist im Geschäftsjahr 2010/2011 weiter angestiegen und zwar um 5 Punkte auf 26 Prozent. Begründet wird dies sowohl durch das Wachstum im eigenen Reisebürobereich (u.a. Übernahme von Geo Reisen im November 2010, Filialeröffnungen bei den TUI Reisecenters) als auch durch den Ausbau des Online-Vertriebs. Gemessen an den Passagierzahlen verzeichnete der Quellmarkt Österreich bei TUI laut Geschäftsbericht einen Rückgang von drei Prozent und hält nun bei 543.000 Gästen. Der Umsatz kletterte trotzdem nach oben und zwar um drei Prozent auf umgerechnet 384,24 Mio. Euro.
Auch Magic Life wird in dem Geschäftsbericht erwähnt. Der Clubanbieter wird bekanntlich seit dem Vorjahr nicht mehr als Tochter der TUI Hotels & Resorts geführt. Stattdessen erfolgt das Hotel-Management über die TUI Travel Hotelsparte (im Geschäftsbericht der Region Nordic zugeordnet). Für Marketing und Vertrieb zeichnen TUI Deutschland und TUI Österreich verantwortlich, wobei die Schaltzentrale bei TUI in Wien liegt. Die Ergebnisverantwortung liegt erst seit Juni bei der TUI Travel. Für diese Zeitspanne (Ende Juni bis Ende September) weist die TUI Travel plc im Bereich Hotellerie für Magic Life einen Überschuss in Höhe von umgerechnet 9,23 Mio. Euro aus (umgekehrt fiel zwischen Oktober 2010 und Ende Juni 2011, als noch Magic Life „alt“ bzw. die TUI Hotels & Resorts die Verantwortung hatten, ein weiterer Verlust von 19,6 Mio. Euro an). Auch wenn das positive Ergebnis der letzten drei Monate nicht für das Gesamtjahr repräsentativ ist, zeigt es deutlich, dass das neue Modell wirtschaftlich durchaus zu funktionieren scheint.
Das war in der Vergangenheit bekannter Maßen nicht so. Auch darüber gibt der Geschäftsbericht der TUI Travel plc Aufschluss. Denn aufgrund der Übernahme durch die TUI AG wurde zwecks besserer Darstellung in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Bilanz auch das vorangegangene Geschäftsjahr in Hinblick auf Magic Life konsolidiert. Demnach endete das Jahr 2009/2010 für Magic Life mit einem Verlust von umgerechnet 21,92 Mio. Euro (bei einem Umsatz von nur 26,54 Mio. Euro).
Kein Wunder also, dass die TUI AG diesem Drama ein Ende setzen musste. Während dies nach außen hin reibungslos funktionierte (und wie mehrfach berichtet überaus erfolgreich war), dauerte die Lösung hinter den Kulissen länger. Erst Ende Mai waren sich die TUI AG und die TUI Travel plc einig. Letztere kaufte von der TUI AG um symbolische sechs Euro jene sechs operativen Firmen, welche die 13 Magic Life Anlagen in der Türkei, in Tunesien, in Ägypten, Griechenland und Spanien geleast haben und betreiben. Rund um die Magic Life Übernahme erhielt die TUI Travel von der TUI AG noch ein Darlehen in Höhe von 30 Mio. Euro, das in zwei Tranchen bis Ende August 2012 zurückgezahlt werden muss.
Betroffen von der Übernahme ist demnach nur die frühere Magic Life GmbH & Co KG. Diese wurde aber nicht übertragen, sondern bleibt als „leere“ Gesellschaft vorerst bestehen. Die Magic Life Assets AG (sie besaß einige der Hotelanlagen) wird in dem Geschäftsbericht der TUI Travel nicht erwähnt. Damit scheint zumindest von dieser Warte her das unglückselige Thema Magic Life „alt“ beendet. Magic Life „neu“ funktioniert wie erwähnt bestens und sollte – im Unterschied zur Vorgängerin – sowohl bei der TUI in Österreich als auch bei der TUI Travel, aktiv zum Geschäftserfolg beitragen. Bleibt abzuwarten, ob es im Geschäftsbericht 2011/2012 unter den „Operational Highlights“ Erwähnung findet.
Ergebnis der TUI Travel plc
Wie berichtet, konnte die TUI Travel plc trotz bekannter Schwierigkeiten am Markt im Geschäftsjahr 2010/2011 per Ende September einen bereinigten Rekordgewinn von 471 Mio. Pfund (543,47 Mio. Euro) erwirtschaften, der um knapp ein Fünftel (18 Prozent) über dem Jahr davor lag. Unbereinigt (also inklusive u.a. der noch unter TUI AG Verantwortung erwirtschafteten Magic Life Verluste) ergibt sich ein ordentlicher Gewinn von 295,24 Mio. Euro (255 Mio. Pfund). Im Geschäftsjahr 2009/2010 lag dieser Wert bei 50,77 Mio. Euro (44 Mio. Pfund). Der Umsatz erreichte 16,94 Mrd. Euro, was einem Zuwachs um 8,68 Prozent entspricht. Der Anteil der Region Central Europe daran beträgt knapp 30 Prozent.


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