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Blitzstart im Tirol-Winter

Dezember-Ernte erst im Jänner

Zwiespältig – so war der Start von Österreichs Wintertourismus-Kaiser Tirol (ein Drittel aller Ankünfte, zwei Fünftel aller Nächtigungen in der weißen Saison) in die neue Saison. Einerseits kamen in den ersten beiden Monaten November und Dezember mit 1,2 Millionen Ankünften (4,9 Prozent) so viele Gäste wie noch nie, anderseits verzeichnete das Bundesland mit 4,5 Millionen Übernachtungen ein Minus von 2,9 Prozent. Für den Geschäftsführer der Tirol Werbung, Josef Margreiter, ist das Ergebnis angesichts der späten Schneefälle („bis Anfang Dezember herrschten in Tirols Bergen statt Eisblumen grüne Wiesen vor“) und der späten Anreise vieler Gäste um die Weihnachtszeit („dadurch fallen diese Nächtigungen großteils in die Jänner-Statistik“) nicht unerfreulich. Extrem stark entwickelte sich zudem der Inlandsmarkt: Hier wurden zu Saisonbeginn sowohl bei den Ankünften als auch den Nächtigungen starke Zuwächse gemessen.

Wobei die Tirol Werbung sogar „bei näherer Betrachtung der aktuellen Statistik“ die Behauptung aufstellt, „dass der Winterstart kaum besser hätte laufen können.“ Das ist eine starke Ansage, doch Josef Margreiter liefert dazu auch die Begründung: „Durchschnittlich machen die Ergebnisse von November und Dezember 17 Prozent der gesamten Wintersaison aus. Diesen Anteil werden sie auch dieses Jahr mit Leichtigkeit erfüllen.“

Im Overall-Ranking ab 1984 gerechnet, liegt der diesjährige Saisonstart mit knapp 4,5 Millionen Übernachtungen im November und Dezember 2011 auf dem guten siebten Platz. Das Minus von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, ist sicherlich dem anhaltenden Trend zum Kurzurlaub zuzuschreiben. Dass die Branche insgesamt dennoch wächst, zeigt der Blick auf die Gästeankünfte, die erneut um 4,9 Prozent zunahmen, mit 1,17 Millionen konnte hier ein neuer Rekord verbucht werden.

Besonders erfreulich aus touristischer Sicht ist, wie erwähnt, das satte Plus am Inlandsmarkt. So konnten zu Saisonbeginn um 9,9 Prozent mehr Übernachtungen und um 7 Prozent mehr Ankünfte österreichischer Gäste verbucht werden.

Dank starkem Franken tendieren auch die Schweizer zu Winterurlaub in den Tiroler Bergen: plus 19,1 Prozent bei den Übernachtungen und 19,9 Prozent mehr Ankünfte als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Der wichtigste Herkunftsmarkt ist und bleibt aber Deutschland mit einem Anteil von mehr als der Hälfte (51,7 Prozent) am Ergebnis. Hier stagnieren die Zahlen auf sehr hohem Niveau: plus 3 Prozent bei den Ankünften, aber minus 4,2 Prozent bei den Übernachtungen. Dafür boomen die Hoffnungsmärkte im Osten weiter. Bei russischen Gästen stiegen die Nächtigungen erneut um 7,4 Prozent, die Ankünfte mit 23,4 Prozent sogar um fast ein Viertel. Als einziges osteuropäisches Land fiel Tschechien mit einem Minus von 13,3 Prozent bei den Übernachtungen und minus 14,6 Prozent bei den Ankünften aus der Reihe.

Für den Rest der Saison gibt sich Josef Margreiter optimistisch. Die großen Verbände berichten von deutlich verstärktem Buchungsaufkommen seit dem Einsetzen der starken Schneefälle Anfang Jänner. Zudem sorgten die 1. Olympischen Jugend-Winterspiele, die Mitte Jänner 2012 in Innsbruck stattfanden, für einen wichtigen Impuls. Margreiter: „Dank der hervorragenden Schneesituation steht einer langen Saison, die bis Ostern perfekte Pisten bietet, nichts im Wege.“ Damit könnte 2011/2012 wieder die 25 Millionen-Hürde bei den Winter-Nächtigungen überschritten werden.

Hotellerie mit kleinem Umsatzplus

Für die Hoteliers verlief der Saisonstart zufriedenstellend. Im oberen Preissegment verzeichneten die 4- und 5-Sterne-Häuser ein leichtes Plus von 0,7 Prozent. Der anhaltende Trend zum Luxus war auch dieses Jahr zu beobachten, denn in der 3-Sterne-Kategorie gingen die Gästezahlen erneut um 1,8 Prozent zurück, bei 1- und 2-Sterne-Häusern sogar um 7 Prozent. Bei privaten Ferienwohnungen waren die Gästezahlen mit minus 5,7 Prozent ebenfalls rückläufig, bei gewerblichen Ferienwohnungen betrug das Minus 8,3 Prozent.

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