Erfüllte Erwartungen? FH-Wien auf dem Prüfstand.
Drei Studenten sagen, wieso sie sich für diese Ausbildung entschieden haben und ob bzw. wie sie damit zufrieden sind
Was sind die Beweggründe für junge Menschen, sich für ein FH-Studium im Bereich Tourismusmanagement zu entscheiden? Was erhoffen sie sich davon, wie werden ihre Erwartungen erfüllt? Welche Karrierepläne hegen sie? Um Antworten auf diese und mehr Fragen zu diesem Themenkreis ersuchte T.A.I. jetzt drei Studenten des 5. Semester an der Fachhochschule (FH) für Tourismus-Management in Wien: Christina Radinger, Martin Schranz und Christiane Schaunig. Alle drei beziehen TA.I., um, wie sie betonen, „im Feld Tourismus ständig auf dem Laufenden zu bleiben“. Sie haben sich Zeit genommen, um die Fragen umfangreich zu beantwortet. Dabei kam durchaus Interessantes zu Tage.
Für Christina Radinger (22 Jahre, aus OÖ) stellte sich die Wahl des Studiums „zuerst als nicht sehr einfach dar.“ Sie hat ihre Matura auf einem naturwissenschaftlichen Gymnasium absolviert und auch ihre Eltern haben „in ihrer beruflichen Tätigkeit wenig mit Wirtschaft und gar nichts mit Tourismus zu tun“. Radinger: „Allerdings habe ich mich schon immer für andere Kulturen und Länder interessiert. Mein viermonatiger Aufenthalt in Barcelona nach der Matura, bei dem vor allem im Vordergrund stand, die Sprache zu lernen und ein neues, anderes und spannendes Umfeld kennen zu lernen, haben meine Entscheidung Tourismusmanagement zu studieren sicherlich geprägt.“
Ganz anders verlief die Entscheidung für Martin Schranz (21 Jahre, aus Wien): „Für mich war schon früh klar, dass ich im Tourismus arbeiten will.“ Warum, weiß er nicht genau. Oft hat er sich noch als Schüler Gedanken gemacht, ob das wirklich der richtige Weg für ihn ist. „Doch während der letzten Jahre des Gymnasiums hat sich der Wunsch, Tourismusmanagement zu studieren, weiter gestärkt“, so Martin Schranz. Die FH Wien wählte er, weil sie „sich mir sehr gut präsentiert hat und mir jene Ausbildung bietet, welche ich gesucht habe.“
Den direktesten Zugang zum Tourismus hat die dritte im Bunde, Christiane Schaunig (22 Jahre, aus Kärnten): „Da meine Familie eine Gastwirtschaft in Kärnten besitzt, war der Bezug zu der Arbeit mit Gästen im Tourismus schon immer sehr groß.“ Durch ein Praktikum in einem Restaurant in Zürich, sowie die Arbeit auf Saison in einem Hotel in Sölden wurde ihr Interesse verstärkt. Die FH-Wien hat sie gewählt, weil „sie sich als sehr gut organisierte Fachhochschule präsentiert, die, mit der Verbindung von Theorie und Praxis, mir die Materie Tourismus und die wirtschaftlichen Aspekte nahe bringt.“
Zurück zu Christina Radinger: für sie war es wichtig, „dass mein Studium einen Schwerpunkt auf Wirtschaft legt, da mich dieser Bereich besonders interessiert und ich auch Spaß habe, betriebswirtschaftliche Probleme zu lösen. Für Tourismusmanagement habe ich mich letztendlich entschieden, da ich mir gut vorstellen konnte in dieser Branche zu arbeiten, sei es Hotellerie, Marketing oder im Bereich Destinationsmanagement.“
Auch Christina Radingers Vorliebe zu Sprachen hat sie in dieser Entscheidung gestärkt. Die FH-Wien wählte sie aus, weil „es hier gewährleistet ist, eine umfangreiche und trotzdem spezielle Ausbildung zu erlangen.“ Auch die geringere Anzahl der Mitstudierenden sieht sie als Vorteil, da so eine bessere Teilnahme am Unterricht möglich ist. Das wird von Christiane Schaunig bestätigt: „Mir gefällt, dass durch die kleinen Gruppen, in die wir geteilt sind, der Zusammenhalt und eine persönliche Betreuung gewährleistet sind.“
Sehr zufrieden sind die drei bezüglich der bisherigen Ausbildung. Christina Radinger: „Es wird eine gute wirtschaftliche Basis geschaffen und mit praxisnahen Beispielen Schwerpunkte gesetzt. Der Stundenplan ist sehr abwechslungsreich und auch die Lektoren sind direkt aus dem wirtschaftlichen Leben. Oft wird uns die Möglichkeit geboten, noch mehr Wissen bei zahlreichen Gastvorträgen zu erlangen.“ Auch Christiane Schaunig, die sich vor der FH-Wien „sehr viel mit den verschiedensten Universitäten, Fachhochschulen, sowie Studienrichtungen beschäftigt“ hat, schätzt die Möglichkeit, „zu interessanten Vorträgen aus der Wirtschaft zu gehen.“
Überzeugt, mit diesem Studium die beste Wahl gemacht zu haben, ist Martin Schranz. Nicht zuletzt das vierte Semester (verpflichtendes Auslandspraktikum) und das jetzige fünfte Semester haben dazu beigetragen. In den ersten beiden Semestern standen hingegen vor allem die betriebswirtschaftlichen Grundlagen auf dem Lehrplan. Schranz: „Der Tourismus war aber immer im Mittelpunkt der Ausbildung.“
Die FH Wien-Studiengänge der WKW zählen zu den größten Anbietern im Bereich Management & Kommunikation in Österreich. 1994 wurde der erste Diplom Studiengang Tourismus-Management gestartet. Seither wurden weitere sieben Diplom-Studiengänge ins Leben gerufen, die wiederum per 2007 auf das internationale Bachelor- und Mastersystem umgestellt wurden.
Institutsleiter für den Bereich Tourismus ist FH-Prof Mag. Michael Mair. Die Praxis steht dabei im Vordergrund. Vier Fünftel der Lektoren/Dozenten stehen direkt in der beruflichen Praxis, wie Mag. (FH) Paul Blaguss, Blaguss Reisen. Das Studium Tourismus-Management dauert sechs Semester (das vierte in Form eines 18-wöchigen Auslandsaufenthaltes), der Abschluss „Bachelor of Arts in Business“ (kurz: BA) berechtigt zum Studium eines Master-Studienganges. Es gibt nur 68 Studienplätze pro Jahr. Im 6. Semester erfolgt u.a. ein Besuch auf der ITB in Berlin.
Das auf das BA aufbauende, berufsbegleitende Master-Studium dauert weitere vier Semester. Es wird mit dem Master of Arts in Business (MA) abgeschlossen. Es gibt nur 34 Unterrichtsplätze pro Jahr.
Wie das Trio die Vortragenden der FH-Wien beurteilt, was sie vermissen, wie ihre bisherigen Praktika verlaufen sind und wie sie sich ihre weiteren Karrieren vorstellen, darüber mehr in der kommenden T.A.I.


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