Die Sensationslust der Medien ist bekannt ...
Ein Unglück, wie jenes vor der toskanischen Küste bei der Insel Giglio, ist dabei ein gefundenes Fressen. Pietät gegenüber Opfern und Angehörigen wird nur als Feigenblatt zu Schauergeschichten jedweder Art gezeigt. Diese betreffen (abgesehen vom höchst fragwürdigen Verhalten des Kapitäns, das zur Katastrophe führte und auch während der Evakuierung anhielt) vor allem die Crew. Chaotische Zustände hätten geherrscht, viele Crew-Mitglieder seien überfordert gewesen.
Bleiben wir bei den Fakten: Ab dem Moment, wo die Crew ihre Befehle zur Evakuierung erhalten hatte (dies erfolgte durch den Kapitän reichlich spät), wurde das Schiff (trotz zunehmender Schieflage) innerhalb weniger Stunden geräumt. 4.200 Menschen galt es dabei in die Rettungsboote zu verfrachten und an Land zu bringen.
Dass unter den 3.200 Passagieren, die kreuz und quer über das gesamte Schiff mit seinen 17 Decks verstreut waren, nicht alle Nerven aus Stahl haben und Panik zeigten, ist ebenso verständlich und klar wie der Umstand, dass von den 1.000 Besatzungsmitgliedern trotz laufender Sicherheitsschulungen und -trainings nicht alle dermaßen notfallgeübt sind wie Feuerwehr- und Rettungskräfte. Es hat sich zudem nicht um eine Übung, sondern um einen Ernstfall gehandelt, und zwar mit dem schlimmst möglichen Szenario.
Angesichts dieser Umstände war die Evakuierungs-Aktion gar nicht so schlecht. Zudem werden viele Erkenntnisse aus ihr in künftige Notfalls-Pläne und -Trainings einfließen. Doch davon werden viele der sensationslüsternen Medien nicht berichten, wagt vorauszusagen der
PETER


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