Ameisen in der Serengeti
Krankes Geld, kranke Welt im freien Fall – stoppt das Euro Desaster“ – unter diesem Titel stand Anfang dieser Woche eine exklusive Veranstaltung für ein Dutzend Top-Touristiker in den Räumen der Capital Bank im Zentrum von Wien. Rudolf Tucek hielt einen Impulsvortrag über die seit drei Jahren scheinbar verrücktspielenden Finanz- und sonstigen Märkte und anschließend gab’s eine ebenso spannende wie informative Diskussion.
Unglaubliche aber wahre Fakten konnte man dabei erfahren. So etwa, dass sich die 2008 und 2009 erfolgten weltweiten Finanzpakete zur Rettung der Banken auf knapp 5.000 Mrd. Euro summierten (ca. ein Zehntel des Welt-BIP), jene zur Ankurbelung der Realwirtschaft über knappe 1.000 Milliarden nicht hinaus kamen (ein Fünfzigstel des Welt-BIP).
Oder dass Europas Banken zusammen eine Bilanz-Summe von 38.000 Mrd. Euro auf die Waage bringen, fast das Vierfache des BIP der EU-27 Länder. Ein Schelm, der da leugnet, dass darin viele, viele Luftblasen enthalten sind.
Viel wurde diskutiert an diesem Abend, über Korruption und Misswirtschaft sowie über Sinn und Unsinn diverser Lösungsansätze, die heute Freitag wieder einmal durch mehr oder weniger kompetente politische Leader in Brüssel verabschiedet werden sollen.
Und was geht mich das an …?“ lautete Tuceks provokante Frage zum Einstieg. Nur ein neues Denken, ein komplett neuer Zugang zu Finanz, Politik und Wirtschaft könnte – so die Conclusio – aus dem Dauerschlamassel führen. Doch außer am Ende des Tages von den nicht nur leeren, sondern auch zu tiefst verschuldeten Staatskassen geschröpft zu werden, gleicht der Einfluss sämtlicher Teilnehmer der hochkarätigen Runde auf diese Dinge – ebenso wie von den meisten übrigen Staatsbürgern – jenen von Ameisen auf eine Elefantenherde in der Serengeti.
Constantin Veyder-Malberg, Vorstand der gemeinsam mit T.A.I. gastgebenden Capital Bank, gab zum Abschluss allen Teilnehmern einen anderen Zugang mit auf den Weg: „Wir alle“, meinte der durchaus selbstkritische und damit untypische Banker, „sind gefordert, dieses neue Denken zu leben, in unseren Unternehmen, in unseren Geschäftsbeziehungenn gegenüber unseren Mitarbeitern und Kunden.“ Der bevorstehende Jahreswechsel wäre ein geeigneter Zeitpunkt, darüber nachzudenken, legt allen ans Herz der


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