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Für Wien war 2011 das „beste Jahr aller Zeiten“

Nicht nur die Nächtigungen brachten mit 5 Prozent Zuwachs auf 11,4 Mio. einen neuen Rekord, auch die Logisumsätze lagen mit 9,2 Prozent Plus über Plan

Mit einem Nächtigungsplus von fünf Prozent auf 11,4 Millionen und einem Zuwachs von 9,2 Prozent auf 447 Mio. Euro bei den Netto-Logisumsätzen kann Wiens Tourismuswirtschaft  2011 als „bestes Jahr aller Zeiten“ feiern. Als Präsidentin des Tourismusverbandes freute sich Vizebürgermeisterin Renate Brauner bei der Präsentation der Jahresbilanz vor allem darüber, dass auch in der krisenbedingt „defensiven Preisentwicklung“ der letzten Jahre eine Wende erreicht werden konnte. Nicht nur der Wien Tourismus habe einen „tollen Job“ gemacht, entscheidend für den Erfolg sei auch die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller Partner, vor allem die Hotellerie und Gastronomie: „Alle ziehen an einem Strang“.

Tourismusdirektor Norbert Kettner revanchierte sich für die Glückwünsche zum Erfolg mit der Feststellung, dass die Stadt Wien dem Tourismusverband die besten Rahmenbedingungen und den im Österreich-Vergleich größten Freiraum für seine Arbeit einräumt.

Unter den 20 nächtigungsstärksten Märkten zeigte nur einer (nicht überraschend: Griechenland) ein Nächtigungsminus, während zehn zweistellige Zuwachsraten aufwiesen. Dem Zuwachs bei den Ausländernächtigungen um acht Prozent auf 9,3 Mio. stand als „Ausreißer“ ein Minus von sieben Prozent auf rund zwei Mio. bei den Inländern gegenüber. „Das ist der Preis für die überproportionale Steigerung von 14 Prozent im Vorjahr,“ meinte Norbert Kettner. Die 150.000 verloren gegangenen Inländernächtigungen wurden allein von den Gästen aus Russland mehr als ausgeglichen, die mit 522.000 Nächtigungen und 36 Prozent Zuwachs unter den Hauptmärkten das höchste Plus brachten. Dass Spanien mit 17 Prozent mehr Nächtigungen an zweiter Stelle liegt, ist überraschend: Bisher ist man davon ausgegangen, dass die wirtschaftlichen Bedingungen in einem Herkunftsland mit der Reiseintensität direkt in Zusammenhang stehen. „Bei Spanien mit einer Arbeitslosenrate von 17 Prozent trifft das offenbar nicht zu,“ meinte Kettner. „Das zeigt, dass Voraussagen immer schwieriger werden.“

Bei den Nächtigungen von Gästen aus der Schweiz betrug der Zuwachs 12 Prozent, aus Frankreich acht, aus Italien und Großbritannien fünf, aus Japan vier und aus Deutschland drei Prozent.

Dass sich die Bemühungen um Diversifizierung und die Expansion auf neue Märkte lohnen, lässt sich an der Entwicklung ehemaliger Hoffnungsmärkte ablesen: China hat mit einem Plus von 32 Prozent Japan bereits überholt, die arabischen Länder in Asien brachten um 23 Prozent mehr Nächtigungen und Zentral- und Südamerika (mit Brasilien als Spitzenreiter) 41 Prozent.

Von der positiven Entwicklung profitierten alle Hotelkategorien. Trotz eines Zuwachses von 4.300 Betten um neun Prozent auf 56.000 sank die Bettenauslastung nur von 56,8 auf 56,5 Prozent, die entscheidende Zimmerauslastung blieb mit 71 Prozent unverändert. Der Netto-Nächtigungsumsatz (ohne Frühstück und Umsatzsteuer) wuchs mit 446 Mio. (Jänner-November) um 9,2 Prozent fast doppelt so stark wie die Nächtigungen, was auf bessere Preise zurückgeführt werden kann. Der Bettenzuwachs in fast gleicher Höhe lässt allerdings darauf schließen, dass sich der Ertrag pro Zimmer (REVPAR) kaum erhöht hat.

Bei der im Tourismuskonzept 2015 festgehaltenen Zielsetzung „100 Mio. Euro mehr Umsatz und eine Mio. mehr Nächtigungen“ gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2008 (Fußball – Europameisterschaft) liegt Wien weit über Plan: Die angepeilten 11 Millionen Nächtigungen wurden bereits erreicht, die mit 3 Prozent veranschlagte Wachstumsrate wurde mit 5 Prozent übertroffen. Auch der für 2011 angenommene Umsatzzuwachs war mit 9,2 Prozent um die Hälfte höher, als die projektierten 6,5 Prozent.

Das zur Verfügung stehende Marketingbudget von 14 Mio. Euro wird zu 60 Prozent aus den Einnahmen aus der Ortstaxe gespeist, ist seit sechs Jahren stabil und soll es auch bleiben. Dass die aktuelle Erhöhung von 2,8 auf 3,2 Prozent der Logisumsätze eine substantielle Expansion bringt, ist nicht zu erwarten: Sie erfolgte nicht zuletzt mit dem Ziel, der Stadt für ihre direkten Zuschüsse mehr „Flexibilität“ zu geben – im Klartext: sie zu reduzieren. Um Marketingaktivitäten auf neuen Märkten zu finanzieren, werden Mittel aus den „Erhaltungsmärkten“ umgeschichtet, wobei, wie der Tourismusdirektor unterstrich, größter Wert darauf gelegt wird, eine entsprechende Balance zu halten.

Wien-Wunder: mehr Geld von der AUA!

Für 2012 ist man im Wien Tourismus trotz der schwieriger werdenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen optimistisch: Wien hat laut Tourismusdirektor Norbert Kettner beste Voraussetzungen im touristischen Wettbewerb und das in den Vorarbeiten bereits abgeschlossene „Klimt Jahr 2012“ sollte sich als Publikumsmagnet auswirken.
Ausgeweitet wird zudem die seit 12 Jahren erfolgreiche Zusammenarbeit mit Austrian Airlines: das Budget, von dem die AUA 70 Prozent trägt, wurde um eine Mio. Euro auf 2,6 Mio. aufgestockt, die auf zehn Märkten zum Einsatz kommen.

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